Sprache ist der Schlüssel für die Integration

Mit freundlicher Genehmigung der Oldenburgischen Volkszeitung, Artikel vom 10. Oktober 2016

16 Männer und Frauen kümmern sich ehrenamtlich in einem Projekt der Bürgerstiftung um Flüchtlinge.

35 bis 50 Personen nehmen montags und mittwochs an Kursen teil. Sie kommen aus zwölf verschiedenen Nationen.

Die Sprache ist der Schlüssel jeder Integration. In diesem Wissen kümmern sich 16 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in einem Projekt der Bürgerstiftung um die Sprachförderung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Menschen aus anderen Ländern. Der Beginn war relativ klein. Am 13. April 2015 startete das Projekt mit 17 Männern.

Längst sind es viel mehr geworden, und auch Frauen befinden sich unter den Schülern. Anton C. Kröger, Mitglied des Stiftungsrates der Bürgerstiftung und Leiter der Sprachförderung, berichtet von 35 bis 50 Personen, die montags und mittwochs an den sieben parallel stattfinden Sprachkursen teilnehmen. Zehn der Schü- ler sind von Beginn an dabei. Das Durchschnittsalter liegt bei 30 Jahren. 55 Prozent der Teilnehmer sind Männer, 45 Prozent Frauen. „Wir unterrichten Menschen aus zwölf Nationen“, sagt Anton Kröger. „Wir“ – das sind neben ihm und seiner Frau Lisa Müller-Kröger, die auch die pädagogische Organisation leitet, Annette Anneken, Martha Barjenbruch, Martin Bernholt, Ernst Bögershausen, Georg Bröring. Waltraud Eiling, Elaine Görtsches, Matthias Kellermann, Bernd Nasch, Dr. Bernd Schlebbe, Maria Völkerding, Maria Wellmann, Tanja Wessel und Britta Zerhusen.

Den Unterricht erteilen sie in fünf Räumen im katholischen Pfarrheim und in zwei Räumen im Haus der Caritas. Drei der Kurse sind Alphabetkurse, drei für Fortgeschrittene und einer für bereits weiter Fortgeschrittene. Der Unterricht erfolge auf Grundlage unterschiedlicher Lehrbü- cher, sagt Lisa Müller-Kröger. Wichtig: Die Kurse sind durchlässig. Eines ist im Übrigen wie in der Schule. Die Schüler müssen Vokabeln lernen. Das fällt dem einen leichter, dem anderen schwerer.Wenn während des Unterrichts alle Stricke reißen, erfolge die Verständigung auf Englisch, berichtet Anton Krö- ger. Fast alle Syrer sprächen Englisch. Sie würden bei Bedarf auch ins Arabische übersetzen. Sollte es einmal sprachlich vollkommen hapern, steht die CaritasMitarbeiterin Scherin Silli als Dolmetscherin bereit. Sie und ihre Kollegin Sandra Stehr, die ebenfalls in der Flüchtlingshilfe tätig ist, kümmern sich auch um Flüchtlinge, die plötzlich nicht mehr zum Unterricht erscheinen und fragen bei ihnen nach den Gründen.

Die Zusammenarbeit unter Flüchtlingen dürfte dabei kaum ein Grund sein. Denn die klappt bei den Sprachkursen vorzüglich. Die Religionszugehörigkeit oder Kultur spielt keine Rolle. Vielleicht ist das auch so, weil die Teilnehmer wissen, dass ihnen der freiwillige Kurs nicht nur Deutsch als Sprache und die hiesige Lebensweise näherbringt und ein Beitrag zur Integration ist, sondern auch von Vorteil beim Asylantrag sein kann. Ist der dann anerkannt, haben die Menschen Anspruch auf staatlichen Sprachunterricht. Doch nicht nur die Asylbewerber und Flüchtlinge profitieren. Die Lehrer lernen andere Kulturen und Lebensweisen kennen. Das Verständnis wächst. Die Erfahrung mit den Sprachschülern seien durchweg positiv, sagt Ernst Bö- gershausen. Sie seien interessiert, freundlich, diszipliniert und für die Unterstützung sehr dankbar. Unterstützung erhalten die Bürgerstiftung und die Sprachlehrer von der Stadt Damme, die die Unterrichtsmaterialien finanziert, von der Caritas, der katholischen Pfarrgemeinde St. Viktor und vom „Netzwerk Flüchtlinge“.

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Foto: Lammert

 

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