Eine fast schon sakrale Stimmung in der Scheune

Eine fast schon sakrale Stimmung in der Scheune

 Mit freundlicher Genehmigung der Oldenburgischen Volkszeitug, Artikel vom 16. Dezember 2013

Kultur auf dem Hof: Tradition angeschoben / Weihnachtliches Stiftungskonzert in der Scheune auf Hof Zerhusen. Dieses Doppel-Konzert in Damme glänzte mit einem höchst abwechselungsreifen Programm. Wenn es nach den Veranstaltern geht, wird das weihnachtliche Stiftungskonzert der Dammer Bürgerstiftung zu einer Tradition. Mit dem „Deutschen Bläserquintett“ unter der Leitung von Heiko Maschmann als Lokalmatador und den beiden Solistinnen Magdalena Hoffmann (Harfe) und Natasha Elvin (Violine) erlebten in zweiter Auflage am Samstagabend etwa 300 Gäste in der herrlich umgebauten Scheune auf dem Hof Zerhusen vorweihnachtliche Stimmung besonderer Art.

Hans-Georg Knappik, stellvertretender Vorsitzender der Dammer Bürgerstiftung, war sich sicher: „Die Gedanken der Bürgerstiftung sind bei den Dammern angekommen“. Damit begrüßte er die Gäste und dankte den Gastgebern Caroline und Roland Zerhusen für die Bereitstellung der wunderbaren Location. Ein wenig sakralen Charakter vermittelte die entkernte große Scheune mit Mittel- und Seitenschiffen, mit den zwei riesigen bis unters Dach reichenden Christbäume und der dezenten Beleuchtung.

Das musikalische Programm mit dem „Deutschen Bläserquintett“ und den zwei Solisten an Geige und Harfe vertiefte die Atmosphäre. Die zwei jungen Damen Charlotte Arkenberg und Linda Zerhusen moderierten die musikalischen  Parts und  in  der Pause gab’s, wie  gewohnt, Stärkung im alten Bullenstall und auf dem Hof. Bekannte Klänge von Quintett oder Geige mit Harfe als Einstieg für die Zuhörer: Aus „Der  Messias“ von Georg Friedrich Händel jubilierend, tragend und festlich. Warm gespielt dann aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner „Ouvertüre“, „Lied an den Abendstern“ und „Einzug der Gäste“ als adäquate Stücke für Bläser. Die Damen an Violine und Harfe dagegen zart mit Johann Sebastian Bach, Gabriel Fauré und dem 2. Satz aus dem Winter der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi oder meditativ  aus Jules  Massenets „Méditationen aus Thais“. Quasi verwachsen mit ihrem Instrument Konzertmeisterin Natasha Elvin von der Neuen Philharmonie Westfalen.

Das „Ave Maria“ von Franz Schubert oblag noch den musizierenden Damen, bis die italienischen Meister und Kollegen Pietro Mascagni und Giacomo Puccini zum festlichen Konzert zitiert wurden. Aus der Ära des Verismus suchten die Musiker das Intermezzo  aus der Einakt-Oper von Mascagni und seinem Welterfolg „Cavalleria Rusticana“ aus. Es wurde später als Eingangsmelodie für den Spielfilm „Wie ein wilder  Stier“ verwendet. Die „Cavalleria Rusticana“ bespielte zudem einen wesentlichen Teil des dritten Teils der Mafia-Trilogie „Der Pate“ von Francis Ford Coppola. Die Freunde und doch Neider Puccini und Mascagni wechseln sich in der Scheune Zerhusen ab: Puccini in Concert wird in dem Programm „Un Bel Di“ aus „Madame Butterfly“, „E Lucivan le Stelle“ aus „Tosca“, „O, mio Babbino Caro“ aus „Gianni  Schicci“ und  „Nessun  Dorma“  aus „Turandot“. Mit den zahlreichen Erfahrungen aus verschiedensten Symphonieorchestern Deutschlands brachten die Bläser Volker Schmitt (Tuba), Markus Bellmund (Trompete) Ferenc Mousz (Trompete), Heiko Maschmann (Horn) und Martin Hofmeyer (Posaune) die Stücke aus den Opern von Puccini und Mascagni zum Blühen in Bläserklang. Kultur auf dem Hof  ist möglich, das Beispiel in Damme zeigte es eindrucksvoll gleich an zwei Terminen am Samstag und am Sonntag.